Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat eingeräumt, dass die Stimmung in Deutschland nicht nur schlecht, sondern „miserabel“ sei.
Die Menschen seien völlig zu Recht unzufrieden, sagte der parteilose Kulturstaatsminister dem „Spiegel“. „Die Bürger haben den Eindruck, Deutschland ist in einem miserablen Zustand. Sieben Jahre Wirtschaftskrise. Wir fallen wettbewerbsmäßig komplett zurück. Die Leute merken doch, dass Deutschland abrutscht. Unser Selbstgefühl ist zutiefst erschüttert, und das spiegelt sich in den Umfragen wider. Das ist völlig normal. Die meisten von uns empfinden das doch genauso.“
Die Regierung stehe im Moment „am OP-Tisch, und da liegt ein Patient, der angeschlagen ist. Da sagen Sie doch auch nicht: Super Stimmung, der könnte jetzt aufstehen. Nein, da müssen Sie operieren, Sie müssen heilen, und Sie wissen, der wird auch nächstes Jahr noch nicht wieder rennen können. Wir machen uns doch keine Illusionen, dass die Umfragen zu Weihnachten viel besser sind. Die werden auch im nächsten Frühjahr kaum besser sein. Aber in zwei Jahren schon, wenn wir die Sache richtig machen“.
Man sei jetzt gezwungen, „eine pragmatische Politik des konzentrierten Zugriffs zu machen“, so Weimer: „Das ist in der politischen Kommunikation natürlich ganz schwierig. Machen Sie mal eine Pressemeldung aus dem OP: ›Ja, habe gerade die Kanüle gelegt, da spritzt jetzt Blut.‹ Das können Sie nicht verkaufen. Da sagen doch draußen alle: ›Wie ekelhaft. Blut.‹ Wir sind jetzt in der Phase, wo es ernst wird im OP. Und da ist die allgemeine Stimmung nun mal schlecht.“
In zwei Jahren allerdings, so Weimer, werde man über ganz andere Werte bei der AfD reden: „Die AfD wird noch in dieser Legislaturperiode zusammenfallen wie ein Soufflé. Davon bin ich überzeugt. Weil ihr die moralische und intellektuelle Substanz fehlt.“
Foto: via dts Nachrichtenagentur


























