Der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, verteidigt das Verhalten der Delegierten des DGB-Kongresses gegenüber dem Kanzler. „Der Kanzler hat inhaltlich und im Stil komplett am Saal vorbeigeredet“, sagte Werneke dem „Handelsblatt“. Hunderte von Gewerkschaftern hatten Friedrich Merz während seiner Rede auf dem DGB-Kongress ausgebuht, gepfiffen und gelacht.
„Da saßen Krankenpflegerinnen, Busfahrer oder Menschen aus der Industrie, deren Jobs gerade bedroht sind. Er hat nicht einmal versucht, eine Brücke zu deren Lebenswirklichkeit zu schlagen“, kritisierte der Verdi-Chef. Gemessen daran hätten die Delegierten die Rede fast die ganze Zeit höflich ertragen.
Es gab an zwei Stellen Unmutsbekundungen: bei den Themen Rente und Gesundheitsreform. „Da gibt es aber nichts zu entschuldigen, das muss der Kanzler abkönnen“, sagte Werneke.
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