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DRK-Präsident Gröhe: Taschengeld im Freiwilligendienst auf 990 Euro verdoppeln – auch gegen Wehrdienst-Konkurrenz

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Hermann Gröhe, fordert eine Verdoppelung des Taschengeldes für junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren. Dies sei auch nötig, um angesichts des finanziell lukrativen Wehrdienstes genügend Freiwillige zu gewinnen, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben).

„Hier muss in der Tat mehr geschehen“, so Gröhe. Bei einem Taschengeld von ungefähr 400 Euro im Freiwilligendienst könnten sich wahrlich nicht alle jungen Menschen einen solchen Dienst an unserem Gemeinwesen leisten.

Dieses Taschengeld sollte daher mindestens die Höhe des Bafög-Höchstsatzes von rund 990 Euro haben. Hinzukommen sollte ein Deutschlandticket. Das wäre insgesamt noch immer weit weniger als der Wehrsold von 2.600 Euro. Dies würde aber die Möglichkeiten für junge Menschen erhöhen, einen Freiwilligendienst zu machen, auch wenn sie aus Familien kommen, die jeden Cent umdrehen müssten, so Gröhe.

Der DRK-Präsident mahnte für ehrenamtliche Helfer beim Roten Kreuz zudem einen gesetzlichen Anspruch auf Freistellung von ihren Arbeitgebern an. Man habe einen erfreulichen Zuwachs bei den Helfern. „Und mehr als jede dritte Person davon ist unter 30 Jahre alt. Diese Freiwilligen haben wahrlich Rückenwind verdient“, sagte er.

Anders als bei Feuerwehr und THW gebe es jedoch für die Ausbildung in den anerkannten Hilfsorganisationen keinen einheitlich geregelten Anspruch auf Freistellung. Das sei ungerecht und müsse sich ändern – zumal, wenn man in den Blick nehme, was die Menschen leisten. Man werde sich immer wieder anstrengen müssen, Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen und zu halten.

Das Deutsche Rote Kreuz hat insgesamt 470.000 Freiwillige.

Foto: via dts Nachrichtenagentur