Ein Jahr nach dem Start der schwarz-roten Koalition zieht eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest eine ernüchternde Zwischenbilanz. Fünf von sechs Deutschen (86 Prozent) sind unzufrieden damit, was die Regierung bislang inhaltlich auf den Weg gebracht hat, wie die Umfrage mit 1.303 Wahlberechtigten für den „Deutschlandtrend“ der ARD von Montag bis Mittwoch dieser Woche zeigt. Nur 12 Prozent der Befragten zeigen sich zufrieden.
Nur jeder Vierte (24 Prozent) traut der Bundesregierung laut Infratest aktuell zu, die deutsche Wirtschaft wieder zu stärken – das sind 31 Prozentpunkte weniger als noch im Juni 2025. Ebenfalls knapp jeder Vierte (23 Prozent, -14) traut der Bundesregierung zu, für mehr soziale Sicherheit zu sorgen. Irreguläre Migration wirksam zu begrenzen und zu steuern, traut der schwarz-roten Koalition aktuell jeder Dritte (34 Prozent, -4) zu.
Bei der Frage, welche der beiden Parteien sich am stärksten in der bisherigen Regierungsarbeit durchgesetzt habe, waren sich die Teilnehmer der Umfrage uneinig. Drei von zehn (30 Prozent) waren der Ansicht, die Union habe sich am stärksten durchgesetzt, ein gutes Fünftel sagte, die SPD (22 Prozent), aber mehr als jeder Dritte (36 Prozent) sagte auch, beide Parteien hätten sich gleich stark oder wenig durchgesetzt.
Für die Zukunft hat die Koalition angekündigt, zum Januar 2027 eine große Steuerreform auf den Weg zu bringen – unklar ist noch, wie die Reform finanziert werden soll. Eine Anhebung der Einkommenssteuer für hohe Einkommen halten aktuell laut Infratest 67 Prozent für den richtigen Weg (+2 im Vergleich zu September 2025), 26 Prozent halten das für den falschen Weg (-3). Hohe Erbschaften stärker zu besteuern halten 54 Prozent der Deutschen für den richtigen Weg (+3), 40 Prozent sind anderer Ansicht (-2). 38 Prozent der Deutschen sind aktuell der Ansicht, dass eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags auch für hohe Einkommen der richtige Weg sei, eine knappe Mehrheit von 53 Prozent hält diesen Vorschlag allerdings für den falschen Weg.
Foto: via dts Nachrichtenagentur



























