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Oldenburg

Bauprojekt für Frauen steht in den Startlöchern

Oldenburg. In Oldenburg soll ein sogenannter „Beginenhof“ entstehen – ein gemeinsames Wohn-, Kultur- und Arbeitsprojekt für Frauen jeden Alters. Begründerinnen dieses Projektes sind die Kulturelle Bildung im Kulturbüro der Stadt Oldenburg, die GSG OLDENBURG Bau- und Wohnungsgesellschaft mbH und Sybille Gimon, Liedermacherin und Mitbegründerin des Bremer Beginenhofes. Zum ersten Informationstreffen sind interessierte Frauen am Montag, 19. September, 17.30 Uhr, ins Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, eingeladen.

Unter dem Dachverband der Beginen in Deutschland versammeln sich gegenwärtig 18 Beginenhöfe. Die Ziele und Inhalte der Lebensphilosophien in den Höfen sind so unterschiedlich wie die Frauen, die dort leben. „Auch in Oldenburg soll es so sein, dass die interessierten Frauen eigene Vorstellungen für den Oldenburger Beginenhof entwickeln“, lädt die Initiatorin Sybille Gimon ein. „Und die Kinder gehören selbstverständlich dazu.“

Beginenhof als Gegenangebot zur Vereinzelung
„Es gibt genug Gründe für Frauen, sich zu solidarisieren und gegenseitig zu unterstützen. Das gemeinsame Leben und Arbeiten in einem Beginenhof stellt eine Alternative zur Vereinzelung und Vereinsamung von Frauen dar und kann gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe von Frauen unter Wahrung ihrer Selbstständigkeit sichern“, sagt Christiane Maaß vom Oldenburger Kulturbüro. Die Themen „Wohnen“ und „Teilhabe“ betreffen Frauen in unserer Gesellschaft in besonderem Maße: Nach wie vor verdienen Frauen im Durchschnitt weniger als Männer. Die Mehrheit der Alleinerziehenden sind Frauen. Beide Faktoren benachteiligen sie gerade auch auf dem Wohnungsmarkt. Und auch das Alter ist weiblich: Im Schnitt leben Frauen länger als Männer und stellen damit die Mehrheit der Bevölkerung über 70 Jahre.

Gemeinschaftliches Wohnen soll Baustruktur prägen
Die GSG OLDENBURG unterstützt die Gründung eines Oldenburger Beginenhofes als Bauträgerin. „Wir haben uns für die Zukunft speziell gemeinschaftliche Wohnprojekte auf die Fahnen geschrieben“, hebt Stefanie Brinkmann-Gerdes von der GSG hervor. „Als Wohnungsbau-Unternehmen mit über 100-jähriger Tradition sind wir stets am Puls der sich wandelnden Gesellschaft und der daraus erwachsenden Bedürfnisse von Mieterinnen und Mietern geblieben. Gemeinschaftliches Wohnen ist heute überall von großem Interesse, auch in Oldenburg.“

Maßgeschneiderte Wohneinheiten, großzügige Begegnungsflächen und gemeinsam genutzte Räume, zum Beispiel zum Waschen oder für Fahrräder, sollen daher die Baustruktur eines künftigen Oldenburger Beginenhofes prägen. Er soll offen für die Nachbarschaft sein und unter anderem mit Kulturveranstaltungen in diese hineinwirken.

Über die Beginenbewegung
Die neue Beginenbewegung in Deutschland entwickelte sich seit 1985 in verschiedenen Städten. Historisch entstand die Bewegung bereits im 12. Jahrhundert in den Niederlanden. Ziel war und ist es, gemeinschaftliche generationsübergreifende Lebensformen zu entwickeln, die den alltäglichen und spirituellen Bedürfnissen von Frauen entsprechen. Viele Beginenhöfe verfolgen heute die Idee der Wahlverwandtschaften. Als Mehrgenerationen-Frauenwohnprojekte bieten sie viel Platz für alle Frauen, die diese mitgestalten und die gemeinsame ebenso wie eigene Projekte anbieten wollen.

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