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CSU-Vize Weber verstärkt Druck auf Parteichef Söder: „Wir brauchen Mut, nicht Umfragewerten zu folgen“

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber dringt auf eine Neuausrichtung seiner Partei und verstärkt den Druck auf CSU-Chef Markus Söder. „Wir brauchen den Mut, nicht den Umfragewerten zu folgen, sondern dem Herzen“, sagte Weber, der auch Partei- und Fraktionsvorsitzender der Europäischen Volkspartei ist, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). „Die Menschen wollen spüren, dass die Volksparteien für etwas brennen.“

Um den Höhenflug der AfD zu beenden, reiche gutes Regieren allein nicht, warnte Weber. „Wenn es uns nicht gelingt, eine Perspektive für morgen aufzubauen, werden wir Schwierigkeiten haben, den Populismus zu stoppen.“ Die bayerische Landtagswahl, die Bundestagswahl und die Europawahl 2028 und 2029 seien „wichtige Wahlen für unsere Demokratie und für die CSU als Volkspartei“, so Weber. „Wir oder die Radikalen – darauf müssen wir uns jetzt programmatisch vorbereiten.“

Bei der jüngsten Kommunalwahl habe die CSU „leider ein durchwachsenes Ergebnis erzielt“, kritisierte der Europapolitiker. „Die Wähler haben uns gezeigt, dass wir mehr tun müssen.“ Probleme müssten gelöst werden „und zweitens ist Orientierung – eine Idee von morgen – wichtig“, so Weber. „Das zweite fehlt ein Stückweit gerade.“

Weber erinnerte an den Kampf des früheren CSU-Chefs und Bundesfinanzministers Theo Waigel für die Einführung des Euro. „Er hat gegen die öffentliche Meinung das langfristig einzig Richtige gemacht. Das hat mich fasziniert, und solche faszinierenden Visionen brauchen wir wieder, um attraktiv zu sein und den Gemeinsinn zu stärken.“ Zusammenhalt und Gemeinwohl müssten das Leitmotiv für CDU und CSU sein. „Das ist mein Politikansatz.“

Auf die Frage, ob er Söder stürzen wolle, sagte Weber, es gehe ihm darum, „in der Partei eine Debatte anzustoßen, die notwendig ist“. Seine Bitte ist, „nicht jede inhaltliche Debatte gleich mit einer Personaldebatte zu ersticken“, so Weber. „Das killt jede Kreativität in Parteien.“ Mit Söder sei er „im Austausch“.

Eigene Ambitionen auf den Parteivorsitz wollte Weber nicht bestätigen. „Ich will eine inhaltliche Debatte erzeugen – keine Personaldebatte, und ich bekomme von der Parteibasis viel Ermutigung, diese Debatte gerade jetzt nach den Kommunalwahlen zu führen“, sagte er. „Wir brauchen die großen Bilder, in welcher Welt wir in zehn oder 15 Jahren leben wollen – und wie wir heute die richtigen Antworten geben.“ Politik könne nur erfolgreich sein, wenn sie eine überzeugende Erzählung schaffe, die Gemeinschaft stifte.

Foto: via dts Nachrichtenagentur