Die Präsidentin der UN-Vollversammlung, Annalena Baerbock (Grüne), hat mit Blick auf den Start der Münchner Sicherheitskonferenz mehr europäisches Selbstbewusstsein gefordert. „Wenn die EU nun endlich auch außenpolitisch erwachsen wird, dann kann die neue multipolare Ordnung für Europa ebenso eine Riesenchance sein“, sagte Baerbock dem Nachrichtenportal „T-Online“. „Die EU hat den größten gemeinsamen Binnenmarkt. Wenn sie diesen sicherheitspolitisch mit ihren Freihandelsabkommen nutzt, dann ist man in Zukunft auch weniger erpressbar.“
Die ehemalige Außenministerin sieht dabei die Strategie der Europäischen Union im Grönland-Streit als mögliche politische Blaupause für den Umgang mit US-Präsident Donald Trump. „Die EU trat ge- und entschlossen auf und stellte sich vehement den Falschbehauptungen und Forderungen bezüglich Grönlands entgegen“, erklärte Baerbock. „Wenn wir hingegen anfangen, Fakten und Wahrheit zu verhandeln, kommen wir in Teufelsküche.“ Die Grünen-Politikerin warnte vor Mutlosigkeit. „Und wenn man aus Angst vor der nächsten Zolldrohung die europäische Solidarität aufgibt oder ins schweigende Appeasement verfällt, wird die EU insgesamt zum Spielball.“
Baerbock selbst war für ihren neuen Job bei den Vereinten Nationen nach New York gezogen. „Wir kennen das ja auch im Persönlichen: Es tut immer weh, wenn eine Freundschaft kaputtzugehen droht, weil man nicht mehr die gleichen Interessen und Werte teilt“, sagte die ehemalige Bundesaußenministerin mit Blick auf das transatlantische Bündnis. Im Alltag spüre man immer mehr, wie viele Menschen in den USA dieses Gefühl umtreibe. „Deshalb ist es aus meiner Sicht entscheidend, nicht nur abstrakt über Wirtschafts- und Sicherheitspolitik zu reden.“
Foto: via dts Nachrichtenagentur


























