Brüssel (dts) – EU-Energiekommissar Dan Jorgensen bestreitet, dass das Vorhaben der EU, künftig mehr LNG aus den USA zu importieren, ein Verhandlungsangebot an die USA sei. „Wir stehen diesbezüglich nicht in Verhandlungen mit der amerikanischen Regierung“, sagte Jorgensen dem „Handelsblatt“. Das sei etwas, was auf dem Markt passiere.
Die EU müsse allerdings den Ländern dankbar sein, die Gas in die EU lieferten, um dadurch die russische Abhängigkeit weiter reduzieren zu können. „Wir werden auch in Zukunft noch eine Weile darauf angewiesen sein“, so Jorgensen. „Denn auch, wenn wir in Zukunft komplett frei von fossilen Brennstoffen sein wollen, ist das nicht etwas, das in den nächsten Monaten oder Jahren geschehen kann.“ Es sei ein längerer Prozess.
Weiter sagte er: „Die USA sind sicherlich immer noch ein enger Partner der EU, aber es ist auch klar, dass wir in der gegenwärtigen Situation wahrscheinlich erkennen müssen, dass wir in der Vergangenheit zu naiv waren und darauf vertraut haben, dass die USA unser großer Bruder ist, der kommt und uns hilft, wenn uns etwas zustößt.“ Darauf könne die EU nicht mehr vertrauen. Das sei leider offensichtlich.
Foto: Schwimmendes LNG-Terminal (Archiv), via dts Nachrichtenagentur