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Oldenburg

Energieverbrauch in Gebäuden auf Sparflamme

Oldenburg. Die Stadtverwaltung macht’s wie Eichhörnchen und Dachse – sich eine „Winterruhe“ zu verordnen hilft dabei, Energie zu sparen. Bei der Verwaltung ist diese Phase auf die Spanne vom 24. Dezember 2022 bis zum 1. Januar 2023 beschränkt – ein Zeitraum, in dem traditionell viele Beschäftigte ohnehin Urlaub haben oder Überstunden abbauen. Die vier Werktage zwischen Weihnachten und Neujahr wird die Stadt daher diesmal dazu nutzen, um eine Reihe von Gebäuden, die sich in ihrem Eigentum befindet, komplett außer Betrieb zu nehmen. Darüber hinaus sollen ausgewählte Liegenschaften, in denen die Stadt als Mieterin fungiert, nicht genutzt werden. So zu verfahren, hat der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am Montag, 7. November, beschlossen.

In wenigen Tagen viel Energie einsparen
Ziel ist eine möglichst große Energieeinsparung innerhalb weniger Tage – das Potenzial wird auf über 50.000 kwh geschätzt. Das entspricht dem Verbrauch von etwa 250 gut gedämmten Einfamilienhäusern im gleichen Zeitraum. „So können wir einen wichtigen Beitrag leisten, damit am Ende dieses Winters die Gasspeicher nicht allzu leer sein werden. Nur auf milde Witterung zu hoffen, reicht nicht. Wir sind alle gefordert, gesamtgesellschaftliche Verantwortung zu tragen und 20 Prozent des Energieverbrauchs einzusparen“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Winterruhe ist kein Winterschlaf
Winterruhe ist indes nicht gleichbedeutend mit Winterschlaf: Selbstverständlich wird auch zwischen den Feiertagen gearbeitet – allerdings konzentriert auf bestimmte Standorte beziehungsweise verstärkt auch im Homeoffice. „Die Bearbeitung von zwingend und dringend notwendigen Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern wird trotz des eingeschränkten Dienstbetriebes gewährleistet sein. Ein entsprechender Bürgerservice wird angeboten“, versichert Stadtkämmerin Dr. Julia Figura. So werden beispielsweise das Bürgerbüro Mitte am Standort Pferdemarkt 14 sowie das Standesamt am Pferdemarkt 12 nicht aus der Nutzung genommen.

Bibliotheken, Gemeinwesenarbeit und Freizeitstätten bleiben außen vor
Einrichtungen wie die stationären Standorte des Jugendhilfezentrums werden ebenfalls nicht betroffen sein. Auch die Bibliotheken, die Standorte der Gemeinwesenarbeit und die Freizeitstätten bleiben nach mehrheitlichem Votum des Verwaltungsausschusses geöffnet. Das gilt auch für das Bandhaus Cadillac und den Abenteuerspielplatz am Brandsweg.

Infrage kommende Standorte ermittelt
Standorte, an denen keine organisatorischen oder technischen Gründe gegen eine vorübergehende Schließung sprechen, wurden im Vorfeld ermittelt. Aus der Nutzung genommen werden können demnach Verwaltungsgebäude an der Industriestraße (mit Ausnahme des Gesundheitsamtes), Räumlichkeiten an der Amalienstraße, in der Peterstraße, am Rohdenweg und am Stillen Weg sowie das Horst-Janssen-Museum. Hinzu kommen rund 20 weitere Standorte, in denen entweder eine externe Nutzung stattfindet oder die Stadtverwaltung Räume gemietet hat.

Keine kalten Duschen mehr
Nicht mehr aufrechterhalten wird die Abschaltung der Warmwasseraufbereitung in städtischen Sportanlagen. Ein Antrag der Linken, mit dem diese Sparmaßnahme gestoppt werden sollte, fand in der Sitzung des Stadtrates am Montag, 7. November, eine Mehrheit. Kalte Duschen sind damit vorerst passé, auch wenn diese Maßnahme durch den Verzicht auf die Vorhaltung großer Warmwasservolumen zu signifikanten Energieeinsparungen geführt hat. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann bedauerte die Entscheidung, die von SPD, CDU, Linken, Piraten und AfD getragen wurde: „Ich hätte mir gewünscht, dass gemeinsam Kurs gehalten worden wäre.“