Pan­de­mie — vom Rei­se­jour­na­lis­ten zum Brötchen-Kurier

Maik Günther, Foto: Matthias Knust

Pan­de­mie — vom Rei­se­jour­na­lis­ten zum Brötchen-Kurier

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Im März 2020 woll­te der Ol­den­bur­ger Rei­se­jour­na­list Ma­ik Gün­ther im Her­bart­gang sein ma­ri­ti­mes Rei­se­bü­ro “Schipp Ahoi!” er­öff­nen. Dar­aus wur­de lei­der nichts. Der ers­te Lock­down zer­schlug all sei­ne Plä­ne. Bis­he­ri­ge Auf­trag­ge­ber wie Ree­de­rei­en, Rei­se­ver­an­stal­ter, Rei­se­bü­ros und Kul­tur­zen­tren in de­nen Gün­ther zu­vor Vor­trä­ge über sei­ne Er­leb­nis­se in fer­nen Län­dern be­rich­te­te, muss­ten die Zu­sam­men­ar­beit auf Eis le­gen. Statt sich auf staat­li­che Un­ter­stüt­zung zu ver­las­sen, setz­te er sich mit sei­ner Aus­zu­bil­den­den (Ver­lags­kauf­frau) zu­sam­men und man grü­bel­te ge­mein­sam über neue Ge­schäfts­ideen nach. Auf­ge­ben, die Aus­bil­dung gar ab­bre­chen stand nicht zur Dis­kus­si­on, ob­wohl die Ein­nah­men auf Null ge­fal­len waren. 

Sei­ne Lei­den­schaft für Old­ti­mer (ein al­ter VW-Falt­dach­kä­fer stand zu­vor häu­fi­ger im Mit­tel­punkt sei­ner Rei­se­re­por­ta­gen) brach­te ihn auf die Idee mit ei­nem Fran­chi­se­ge­ber “Die Bus­fah­rer” Kon­takt auf­zu­neh­men. Der in Sach­sen be­hei­ma­te­te Un­ter­neh­mer setzt ak­tu­ell acht al­te VW T1-Bul­lis für Hoch­zei­ten und an­de­re be­son­de­re An­läs­se ein. Ei­ner da­von, der man­go-grü­ne T1-Bul­li “Kon­rad” steht nun in Ol­den­burg und war­tet auf sei­ne Ein­sät­ze. Durch die­se neue Ge­schäfts­be­zie­hung lern­te Ma­ik Gün­ther auch ei­nen Fran­chi­se­part­ner aus Os­na­brück ken­nen. Ne­ben der T1 Bul­li-Ver­mie­tung be­treibt die­ser auch ei­nen Bröt­chen­lie­fer­dienst in der nie­der­säch­si­schen “Frie­dens­stadt”. 

“Was in Os­na­brück klappt, soll­te doch auch in Ol­den­burg mög­lich sein”, dach­te sich Ma­ik Gün­ther und nahm Kon­takt zu di­ver­sen Bä­cke­rei­en in Ol­den­burg und der Um­ge­bung auf. Vie­le Bä­cker zeig­ten sich an­ge­tan von der Idee und wa­ren so­fort für ei­ne Ko­ope­ra­ti­on be­reit. Gün­ther ent­schied sich zu­nächst für ei­ne klei­ne Bä­cke­rei in Klein Schar­rel. Zwi­schen Ok­to­ber letz­ten Jah­res und Os­tern 2021 bau­te der Rei­se­jour­na­list ei­nen klei­nen und doch gut funk­tio­nie­ren­den Lie­fer­ser­vice für Früh­stücks­pro­duk­te auf. 

Ab 1. Mai star­tet ei­ne neue Pha­se des Lie­fer­diens­tes. Gleich drei neue Bä­cke­rei­en (Beh­rens-Mey­er, Stadt­bä­cke­rei Jan Schrö­der und die Bio­bä­cke­rei But­ter­fly) ste­hen als Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner zur Ver­fü­gung. Über 120 Back­wa­ren kön­nen on­line un­ter www.broetchen-kurier.de be­stellt wer­den. Zu­sätz­lich kön­nen Mol­ke­rei­pro­duk­te (Milch­hof Di­ers), Frei­land­ei­er (Col­dew­ey Ei), Mar­me­la­de (u.a. vom Jagd­haus Ei­den), Ho­nig aus Ol­den­burg (“Imme”/Silke Asche), Ol­den­bur­ger “App­le­Ci­der” (Nord­Ap­pel), Sekt und Wein (Wein­kon­tor Poll­mann) so­wie Ta­ges­zei­tun­gen und Ma­ga­zi­ne gleich mit­be­stellt wer­den. Früh­mor­gens hän­gen dann die be­stell­ten Pro­duk­te an der Haus­tür oder lie­gen in ei­ner be­reit­ge­stell­ten Thermobox. 

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Doch da­mit nicht ge­nug. Gün­ther bas­telt ge­ra­de an ei­ner neu­en Lie­fer­schie­ne am Abend. Wer bei schö­nem Wet­ter bei­spiels­wei­se auf den Ge­dan­ken kommt am Abend zu gril­len und nicht mehr die Zeit zum Ein­kau­fen hat, kann sich das Grill­gut (Bau­er + Metz­ger) samt gu­tem Wein, Bier (u.a. OLs) und na­tür­lich knusp­ri­gem Ba­guette nach Hau­se lie­fern lassen. 

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Der Lie­fer­ser­vice wird im gan­zen Ol­den­bur­ger Stadt­ge­biet und in um­lie­gen­den Ge­mein­den (u.a. Ras­tede, Wie­felstede, War­den­burg…) an­ge­bo­ten. Ma­ik Gün­ther hat die Träu­me von ei­nem ma­ri­ti­men Rei­se­bü­ro und der Rück­kehr in sei­nen al­ten Job als Rei­se­jour­na­list noch nicht auf­ge­ge­ben. In der Ol­den­bur­ger Haupt­stra­ße 30 hat er seit Sep­tem­ber letz­ten Jah­res ein neu­es La­den­lo­kal an­ge­mie­tet. Dort hat er im vor­de­ren Be­reich die “Back­bu­de”, ei­ne klei­ne Bä­cke­rei im Stil der 50er/60er-Jah­re ein­ge­rich­tet und bie­tet Back­wa­ren von “But­ter­fly” an. Im hin­te­ren Be­reich schlum­mert noch der ma­ri­ti­me Be­reich, der viel­leicht schon im Som­mer end­lich zum Le­ben er­weckt wer­den soll.

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