Staats­an­walt­schaft er­mit­telt nach Co­ro­na-Aus­bruch in Pflegeheim

Foto: Gerd Altmann auf Pixabay

Staats­an­walt­schaft er­mit­telt nach Co­ro­na-Aus­bruch in Pflegeheim

Bis­her war sie ei­gent­lich ein ab­so­lu­tes Vor­bild: mit ih­rem Hy­gie­ne-Kon­zept wäh­rend der Co­ro­na-Pan­de­mie hat die Azu­rit-Grup­pe (deutsch­land­weit 57 Pfle­ge­hei­me) bis­her kom­plett über­zeugt. Dann ka­men die ers­ten To­des­fäl­le. Im Azu­rit-Pfle­ge­heim in Au­gust­fehn wur­den mehr als 60 Bewohner:innen und Mitarbeiter:innen po­si­tiv auf Co­vid-19 ge­tes­tet. 16 Men­schen sind mitt­ler­wei­le an dem Vi­rus gestorben.

Mit­ar­bei­ter­ten­de ar­bei­ten trotz Infektion

Ei­gent­lich nur ei­ne von vie­len trau­ri­gen „Co­ro­na-Fäl­len“. In die­sem Fall wur­de nun al­ler­dings die Staats­an­walt­schaft ein­ge­schal­tet. „Er­mit­telt wird we­gen des An­fangs­ver­dachts der fahr­läs­si­gen Tö­tung“, er­klär­te Staats­an­walt und Pres­se­spre­cher Mat­thi­as Ren­ne­cke. Denn po­si­tiv ge­tes­te­te Mitarbeiter:innen des Pfle­ge­heims sol­len trotz In­fek­ti­on wei­ter ge­ar­bei­tet ha­ben und da­mit das An­ste­ckungs­ri­si­ko wei­te­rer Men­schen mit dem Vi­rus ver­grö­ßert haben.

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Der Land­kreis gibt zu, dass ei­ni­ge po­si­tiv ge­tes­te­te Mitarbeiter:innen oh­ne Sym­pto­me für ei­ni­ge Ta­ge für die Pfle­ge aus­schließ­lich an Co­vid-19 er­krank­ter Bewohner:innen be­schäf­tigt wur­den. „Es hat sich um ei­ne Not­la­ge ge­han­delt“, so die Stel­lung­nah­me. Trotz kurz­fris­ti­gem Ein­satz von Zeit­ar­beits­fir­men oder Pfle­ge­per­so­nal aus an­de­ren Ein­rich­tun­gen, so­wie Ur­laubs­sper­re, Über­stun­den und Dop­pel­schich­ten war das Ar­beits­pen­sum vom üb­rig ge­blie­be­nen Per­so­nal nicht mehr zu be­wäl­ti­gen, um al­le Bewohner:innen gründ­lich zu versorgen.

Ge­schäfts­füh­rung lobt un­er­müd­li­chen Einsatz

Ei­ne Stel­lung­nah­me von der Heim­lei­tung gibt es nicht. Al­ler­dings mel­det sich Azu­rit-Ge­schäfts­füh­rer Frank Lut­ter in ei­ner of­fi­zi­el­len Pres­se­mit­tei­lung zu Wort: „Hut ab vor dem Team in der Au­gust­feh­ner Pfle­ge­ein­rich­tung, das un­ter die­sen er­schwer­ten Be­din­gun­gen un­er­müd­li­chen Ein­satz zeigt“, lobt er. „Wer sich ernst­haft mit Co­ro­na be­schäf­tigt, der weiß, dass es kei­nen hun­dert­pro­zen­ti­gen Schutz gibt“, er­klärt Lut­ter und er­gänzt: „wenn dann Co­ro­na aus­bricht, wird in der Öf­fent­lich­keit nach Ver­säum­nis­sen und Schul­di­gen gesucht“.

Da­zu wur­de nun die Staats­an­walt­schaft hin­zu­ge­zo­gen. Das Er­geb­nis der Er­mitt­lun­gen bleibt abzuwarten.

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