Ent­schul­di­gung der Kanz­le­rin – So re­agiert die Ol­den­bur­ger CDU

Christoph Baak, Foto: Thies Engelbarts

Wie ver­hält man sich, wenn die Bun­des­kanz­le­rin als Vor­sit­zen­de der Par­tei Ent­schei­dun­gen trifft, die nicht nur für den Ot­to-Nor­mal-Bür­ger, son­dern auch für die Par­tei­kol­le­gen auf kom­mu­na­ler Ebe­ne schwer nach­zu­voll­zie­hen sind? „Da fällt es ei­nem als CDU-Kreis­vor­sit­zen­den schwer, die rich­ti­gen Wor­te zu fin­den, wie man da­mit um­ge­hen soll“, fin­det Chris­toph Baak. Der Vor­sit­zen­de des CDU-Land­krei­ses Ol­den­burg Stadt und stell­ver­tre­ten­de Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der im Rat der Stadt Ol­den­burg schüt­telt den Kopf. Und macht da­mit deut­lich: In Ol­den­burg be­kommt Kanz­le­rin Mer­kel für die Be­stim­mung der Co­ro­na-Re­geln von ih­rer Par­tei nicht nur Rückenwind.

Vom Kom­men und Ge­hen der Osterruhe

„Es ist ei­gent­lich mei­ne Auf­ga­be, die Be­schlüs­se mei­ner Par­tei bzw. der Bun­des­kanz­le­rin zu ver­tei­di­gen, doch da muss man ge­ra­de sehr in sich ru­hen, um das zu tun“. In der Bund-Län­der-Run­de hat­te Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel am Mon­tag noch die gro­ße Os­ter­ru­he ver­kün­det. Grün­don­ners­tag und Kar­sams­tag wur­den ein­ma­lig zu Ru­he­ta­gen er­klärt, um die Men­schen zum zu­hau­se blei­ben zu be­we­gen. Der Auf­schrei war groß. Der Le­bens­mit­tel­han­del sah sich an den Ta­gen vor und nach der Os­ter­ru­he von zu ho­hem An­drang be­droht – ge­ra­de in Co­ro­na-Zei­ten ein ech­tes Pro­blem. Von Hams­ter­käu­fen will man gar nicht erst re­den. Vie­le Be­trie­be wuss­ten al­ler­dings schlicht­weg nicht, was die Os­ter­ru­he zu be­deu­ten hat­te, die Re­ge­lung war ein­fach zu schwam­mig und un­ge­nau. Dann der Rück­zug. Heu­te ver­kün­de­te An­ge­la Mer­kel, dass die Os­ter­ru­he nicht in Kraft tre­ten wird. „Ich fin­de es gut, dass sie den Feh­ler ein­ge­stan­den hat“, lobt Chris­toph Baak, „ich hät­te mir al­ler­dings ge­wünscht, dass da noch deut­lich mehr kor­ri­giert wird“.

“Der Mit­tel­stand und der Ein­zel­han­del wur­den voll­kom­men au­ßer Acht ge­las­sen. Das geht so nicht, ge­ra­de nicht für die CDU!”

Chris­toph Baak, CDU, Ol­den­burg Stadt

Im gan­zen Land sei­en vor al­lem die Selbst­stän­di­gen und Kul­tur­schaf­fen­den schlicht­weg ver­ges­sen wor­den. „Die Ol­den­bur­ger Schau­stel­ler ha­ben seit dem Lam­ber­ti-Markt an Weih­nach­ten 2019 kei­nen Cent ver­dient“, da se­he man, wo ein Wirt­schafts­mi­nis­ter sei­ne Prio­ri­tä­ten set­ze. „Der Mit­tel­stand und der Ein­zel­han­del wur­den voll­kom­men au­ßer Acht ge­las­sen, das geht so nicht, ge­ra­de nicht für die CDU“. Und er schüt­telt wie­der den Kopf.

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„Wenn ich ei­nen Lock­down ma­che, dann muss ich ihn auch rich­tig ma­chen“, fin­det Baak. „Schu­len zu, Be­trie­be zu, die kein Home Of­fice ge­währ­leis­ten kön­nen“, au­ßer­dem müss­ten die Zu­gän­ge zu den Su­per­märk­ten kon­trol­liert wer­den. „Da darf al­les rein und ein­kau­fen und der Ein­zel­han­del wird ge­schlos­sen. Das sind die Ver­hält­nis­mä­ßig­kei­ten un­ter­ein­an­der und die Kon­se­quenz fehlt.“ Da­mit ver­tritt Baak wohl nicht nur die Mei­nung vie­ler sei­ner Par­tei­kol­le­gen son­dern auch der Be­völ­ke­rung. Denn auch die ist mitt­ler­wei­le „mü­tend“ – ei­ne Mi­schung aus mü­de und wü­tend. „Ich glau­be, wir wer­den an­fan­gen müs­sen, mit dem Vi­rus zu le­ben“, so Baak. „Wir müs­sen nur imp­fen und ich glau­be auch da, ich sag’s mal ganz höf­lich, hät­te man es bes­ser ma­chen müssen.“

“Ol­den­burg wird gut aus der Kri­se herauskommen!”

Auf kom­mu­na­ler Ebe­ne schlägt der CDU-Po­li­ti­ker al­ler­dings weit­aus net­te­re Tö­ne an. „Bis jetzt sind wir in Ol­den­burg ja sehr gut durch die Pan­de­mie ge­kom­men“, freut er sich, „wir wa­ren im­mer un­ter den In­zi­denz­zah­len.“ Das lie­ge na­tür­lich teil­wei­se an der Struk­tur, vor al­lem aber an der Dis­zi­plin der Ol­den­bur­ger, „die ja be­kann­ter­ma­ßen sehr groß ist“. Des­halb ist er auch trotz stei­gen­den Zah­len op­ti­mis­tisch. „Der Ol­den­bur­ger an sich ist gut un­ter­wegs“, fin­det er und ist si­cher: „Ol­den­burg wird gut aus der Kri­se herauskommen!“

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